| DD Malaria kein - Problem für den Hausarzt |
| Folgt man gelegentlichen Äußerungen von
Fachleuten, so hat der Hausarzt nichts mit der Malaria zu tun - als
Diagnostiker! Denn er soll nur hübsch daran denken und dann an´s
Tropeninstitut überweisen. In der Realität sieht es aber anders aus. Verfügbarkeit und Bedarf sollten einer Überprüfung unterzogen werden. Letzterer kann grob geschätzt werden, wenn man vielleicht jedem dreißigsten Bundesbürger zugesteht, einmal im Jahr Fieber zu haben. Bei ca. 5 Millionen Reisenden in Tropen und Subtropen würde das zu einer Inzidenz an DD Malaria von ungefähr 170.000 führen. Nach Epid. Bull. 37/99 soll alle sechs Stunden untersucht werden. Angenommen die Temperaturepisode dauert drei Tage - und mehr als zweimal am Tag zu untersuchen, ist nicht drin - dann resultieren noch immer stolze eine Million (!) Untersuchungen zum Direktnachweis von Plasmodien. Wer führt sie durch, kein Aufschub, kein Abwarten, kein Postversand (Zitat wie oben)?! Ist hier nicht doch der Hausarzt gefordert, zumindest aber ein kleiner Teil primärärztlich tätiger Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Team? Jeder Zehnte vielleicht macht 130 Untersuchungen im Jahr. Das lohnt sich und trainiert? Gerne, deswegen wurde ja auch bis vor kurzem noch der Dicke Tropfen/ Malariaausstrich als OI/II-Leistung vorgehalten, für jedermann erreichbar, Entgelt 80 Pfennig! Nun hat die EBM-Änderung zum 1. April dieses Jahres einen dramatischen Finanzzuwachs für Malariadiagnostiker gebracht. Satte 9 DM können Sie nun für Ihre Arbeit berechnen. Könnten Sie, denn nun wurde die Diagnostik qualitativ aufgewertet, zur OIII-Leistung erhoben. Nur, wer bisher seinem Mikroskop und den Färbeutensilien im OIIer Bereich vertraut hatte, schaut in die Röhre. Ist ja auch antiquiert. Wer macht heute noch Blutbilder? Wer quält sich durch Dicke Tropfen? Das schickt man doch ins Labor, der Antikörper wird´s schon richten ... Oder haben Sie bessere Erfahrungen? |
| Dr. med. Norbert Krappitz |