| 6. Kongress Medizin und Mobilität |
| Mitwirkung des Fachverbandes |
| Auch in diesem jahr hat sich der Fachverband wieder an der
Ausrichtung des - nun schon 6. - Kongresses medizin und Mobilität
beteiligt, der wie bereits 2002 auf dem Bundeswehr Fliegerhorst
Fürstenfeldbruck stattfand. Am 10. September 2004 trafen sich unter
Vorsitz von Dr. Klinsing, Frankfurt und Dr. Frank, Gröbenzell,
Reisemediziner verschiedenster Aufgabenbereichen zu einer sehr vielseitigen
Veranstaltung. Herr Klinsing berichtete zunächst von Ausbildungsinhalt und Ablauf der reisemedizinischen Exkursionen nach Indien und der geplanten nach Ecuador. Beeindruckend war vor allem die Verschiedenartigkeit der Gesprächspartner unterwegs, die die unterschiedlichen Reisewege von Besuchern nachzuzeichnen versucht - von der westlich orientierten Klinik bis zur Ayurveda-Zentrum. (Über die reisemedizinische Exkursion wurde bereits in Heft Nr. 42 berichtet.) Herr Prof. Klauß, München, gab einen sehr interessanten Einblick in das Spektrum von Augenerkrankungen beim Reisenden einerseits und in der Bevölkerung tropischer Regionen andererseits. Während bei der ersten Gruppe physikalisch ausgelöste Reizerscheinungen und Infektionen im Vordergrund stehen, zielt die Sorge von Ophthalmologen weltweit auf die Verhinderung von Blindheit in der zweiten Gruppe ab. Katarakte, das Trachom und andere Infektionen, etwa die Lepra, sind hier als Hauptursachen zu nennen. Herr Frank, Gröbenzell, erläuterte anschließend das Epidemiepotential von Infektionserkrankungen, das sich mit der Massen-Mobilität infolge von Flugreisen heute immer weniger auf einzelne Länder oder Regionen eingrenzen lässt und weltweite Wachsamkeit und Kooperationsbereitschaft erfordert. Den Abschluß bildete ein Überblick über die neuen Entwicklungen in der Epidemiologie und Therapie der Lepra, die Herr Rieke, Düsseldorf, gab. Er verwies auf die Paradoxie, die in der kontinuierlich hohen Zahl Neuerkrankter weltweit einerseits bei den großen Erfolgen der Kombinationstherapie andererseits liegt, die ja auch die Infektiosität rasch beenden sollte. Einzelfälle der Erkrankung treten auch in Deutschland immer wieder auf. Dr. B. Rieke Düsseldorf |