Reisemedizinische Studienexkursion
 
Bereits mehrfach haben wir das Thema angesprochen: Wir sind der Meinung, jeder reisemedizinisch tätige Arzt sollte auch über eigene Erfahrungen auf dem Gebiet des touristischen Reisens verfügen, um die besonderen Belastungen beurteilen zu können, denen die von ihm zu beratenden Klienten auf ihren Reisen ausgesetzt sein werden. Nun möchten wir zwar davon ausgehen, dass auch ein Großteil der interessierten Kolleginnen und Kollegen - von der sprichwörtlichen Reiselust der Deutschen ergriffen - schon mindestens eine Fernreise "durchlebt" haben. Haben sie sie aber auch "durchlitten"? - will sagen, praktische Erfahrungen darin gesammelt, was Reisende erwartet, wenn sie aus dem einen oder anderen Grund während ihres Auslandsaufenthaltes medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen? Wir möchten das bezweifeln. Und doch wären begründete Vorstellungen von den vor allem in ferneren Ländern zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für Diagnose und Therapie eigentlich eine Grundvoraussetzung dafür, insbesondere Risikopatienten vor Antritt einer Auslandsreise kompetent beraten zu können. Denn leider sind diese bei auftretenden medizinischen Problemen in der Regel mehr als unzulänglich und mit den uns hierzulande bekannten mitteleuropäischen Verhältnissen in keiner Weise vergleichbar. Aus diesen Überlegungen heraus hat der DFR in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Reiseanbieter "Studiosus Gruppenreisen" ein Konzept für eine reisemedizinische Studienexkursion entwickelt. Als Reiseziel wurde Indien ausgewëhlt und das nicht nur, weil dieses Land als typisches Ziel touristischen Fernreisens anzusehen ist, sondern auch darum, weil wir dort bei der Realisierung unseres Vorhabens auf die Mitwirkung eines uns seit langem bekannten indischen Kollegen vertrauen können. Seit Jahren behandelt er in seiner Privatklinik in Dehli v.a. auch ausländische Patienten. Er wird den Teilnehmern der Studienreise seine Erfahrungen vermitteln und auch behilflich sein, die nötigen Kontakte mit den zu besuchenden medizinischen Einrichtungen vor Ort aufzunehmen. In Begleitung eines auslandserfahrenen deutschen Reisemediziners sollen im Rahmen der etwa 12-tägigen Studienreise neben der Hauptstadt Delhi die typischen Touristenorte Jaipur, Agra und Gwalior besucht werden. Durch Besichtigung von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen wird ein Einblick in die lokalen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten von Reisenden vermittelt. Eine Vorankündigung dieses Reiseplanes wurde unlängst allen Mitgliedern des DFR übersandt. Mittels eines beigefügten Fragebogens baten wir unsere Mitglieder um Auskunft, ob sie eine solche Studienreise grundsätzlich für sinnvoll erachteten bzw. sich sogar selbst für eine Teilnahme interessierten. Mehr als die Hälfte unserer Mitglieder beantworteten unseren Fragebogen. Fast alle erklärten, dass sie eine solche Reise für sinnvoll erachteten; mehr als 70% unter ihnen sind an einer Teilnahme interessiert. Zusammen mit "Studiosus Gruppenreisen" werden die Planungen jetzt weiter fortgefñhrt. Es ist daran gedacht, dass die erste Reise etwa Anfang März 2003 stattfinden soll. Dieser Termin wurde entsprechend der Klimabedingungen vor Ort ausgewählt und insbesondere auch gemäß der Angabe unserer niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, ein Zeitpunkt gegen Ende eines Quartals sei für solche Unternehmungen besonders günstig.

Dr. Ursula Mikulicz, stellv. Vorsitzende des DFR