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| Diskussionsforum in angenehmer Atmosphäre | |
| Bad Soden im Taunus 13.-14. Juni 2003 | |
| 6. JAHRESTAGUNG DES DEUTSCHEN FACHVERBANDS REISEMEDIZIN e.V. | |
| Der Deutsche Fachverband Reisemedizin vertritt seit jeher die Auffassung, dass die Reisemedizin als typisches Querschnittsfach mit breiter Inhaltspalette zu betrachten sei. Dieser Ansicht hat sich letztendlich auch der Deutsche Ärztetag angeschlossen, als er unlängst der Empfehlung der Weiterbildungsgremien der BÄK gefolgt ist und die Reisemedizin als eigenständige Disziplin in die curriculäre Fortbildung aufgenommen hat. Nach Ansicht des DFR muss deshalb eine Qualifizierung reisemedizinisch tätiger Ärzte Themen aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Fachgebiete (wie z.B. Innere Medizin, Tropen-, Höhen- und Tauchmedizin u.a.m.) umfassen. | |
| Um Konsens über die zu fordernden Inhalte eines Fortbildungscurriculums zu erarbeiten, hatte der DFR aus Anlass seiner Jahrestagung 2003 maßgebliche Vertreter der genannten Fachdisziplinen zu einem Diskussionsforum eingeladen: Am Nachmittag des Freitag, 13. Juni 2003, stellte zunächst U. Klinsing, Frankfurt, das Curriculum vor, das der DFR als Grundlage für sein Zertifikat Reisemedizin erarbeitet hat und das u.a. wesentliche Elemente aus allen den genannten Disziplinen umfasst. Daran anschließend gab Chr. Hatz, Schweizerisches Tropeninstitut Basel, einen Überblick über die reisemedizinischen Institutionen der Schweiz und die Inhalte der Tropen- und Reisemedizinischen Weiter- und Fortbildung für niedergelassene Ärzte in der Schweiz. | ![]() |
| U. Klinsing im Gespräch mit Teilnehmern | |
| B. Rieke, Düsseldorf, legte dar, dass der gut
ausgebildete Reisemediziner zu einer qualifizierten Information seiner Klienten
über Risiken tropenassoziierter Erkrankungen, ihre gesundheitlichen
Auswirkungen und entsprechende Präventionsmaßnahmen vor Tropenreisen
sowie nach Reiserückkehr, der differentialdiagnostischen
Berücksichtigung tropischer Erkrankungen, Veranlassung der erforderlichen
Tests, evtl. Einleitung von Isolierungsmaßnahmen bzw. Einschaltung
tropenmedizinischer Ansprechpartner in der Lage sein sollte. Anhand eigener und anderenorts veröffentlichter Daten machte U. Mikulicz, Kronberg, deutlich, dass nur ein geringer Prozentsatz reiseassoziierter schwerer Erkrankungen durch tropenmedizinische Infektionen im engeren Sinne hervorgerufen werden. An erster Stelle der Reiserisiken stehen Unfälle unterschiedlichster Ursache (20%) und innere Erkrankungen (19,2%, insbesondere cardiovaskulär bedingt). Sie wies außerdem auf die Risiken durch die Aktivität Reisen an sich (economy class syndrom, Auswirkungen eines Langzeitfluges mit Überschreitung mehrerer Zeitzonen bei insulinpflichtigem Diabetes u.a.m.) hin und insbesondere auf die Tatsache, dass die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten vor Ort in den meisten Gastländern nicht den in Deutschland geforderten Standards entsprechen. |
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| W. Schaffert, Siegsdorf, bezeichnete die in dem
DFR-Curriculum vorgesehenen Informationen über höhenspezifische
Risiken und Vorbeugungsmaßnahmen bei Reisen in mittlere, große und
extreme Höhen als angemessen. Nach U. van Laak, Kronshagen, sollte ein nach dem vorgestellten Curriculum Reisemedizin in tauchmedizinischen Fragen fortgebildeter Arzt nur tauchmedizinisch beratend tätig werden und bei Unklarheiten und/oder komplizierten Fällen an den Tauch- und Hyperbarmediziner verweisen. Er wies auf die Möglichkeit des Erwerbs der Qualifikation für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen hin. |
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| U. van Laak, Kronshagen | |
| P. Frank, Gröbenzell, gab einen Überblick,
welche Anforderungen an einen Flugmediziner und an Fliegerärztliche
Untersuchungsstellen gestellt werden. Dabei geht es in erster Linie um die
Untersuchung und Beratung von fliegendem Personal, während die
Reisemedizin sich mit flugmedizinischen Aspekten für den Passagier
(Reisenden) beschäftigt und unter dem Begriff Flugreisemedizin
zusammengefasst ist. Als Abschluss der Nachmittagsveranstaltung sprach N. Krappitz, Köln, über rechtliche Aspekte in der Reisemedizin. Die Veranstaltung am Samstag, 14. Juni 2003, war der eigentlichen Fortbildung gewidmet: U. van Laak machte in seinem Referat noch einmal an Beispielen deutlich, welches Risikoverhalten zu Tauchunfällen führen kann. W. Schaffert referierte zum Thema Probleme des Höhentrekkings im Alter. In einem eindringlichen Vortrag wies A. Stich, Würzburg, auf die Rückkehr der Schlafkrankheit hin und in diesem Zusammenhang auch auf die Tatsache, dass das nicht nur die Einwohner der betroffenen afrikanischen Gebiete betrifft, sondern bereits auch schon zu einer Reihe von Erkrankungen bei europäischen Touristen geführt hat. Es gilt also, bei unklaren Erkrankungen auch die Trypanosomiasis in die differentialdiagnostischen Überlegungen ein zu beziehen, wenn der Patient eine Reise in die entsprechenden Endemiegebiete durchgeführt hat. |
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| Frankfurt betrachtet sich mit seinem großen internationalen Flughafen als Tor zur Welt ist damit natürlich aber auch als Einfallspforte hochinfektiöser Erkrankungen zu betrachten. Diese und andere Überlegungen haben dazu geführt, dass die Landesärztekammer Hessen schon vor längerer Zeit einen Katastrophen-Vorsorgeplan erarbeitet und vorgelegt hat, der mittlerweile als Grundlage für bundesweit auf Länderebene zu erarbeitende Pläne gilt. M. Popovic, geschäftsführender Arzt der LÄK Hessen und Initiator des Vorsorgeplanes, stellte den Teil darin vor, der die Infektionsprophylaxe betrifft. | ![]() |
| M. Popovic, Frankfurt | |
| Aus den gleichen Überlegungen heraus war auf der Infektionsabteilung der Universitätskliniken Frankfurt eine Spezialstation für die Betreuung von Patienten mit hochinfektiösen Erkrankungen eingerichtet worden, auf der dann die ersten in Deutschland ankommenden SARS-Patienten aufgenommen wurden. Der auf dieser Station tätige Kollege V. Rickerts referierte über die Betreuung dieser Patienten und die Epidemiologie von SARS im allgemeinen. | |
| E. Walker, Glasgow, bietet an seiner Abteilung für
Reisemedizin schon seit 1995 ein Diploma on Travel Medicine an, das jetzt auch
von der Royal Society anerkannt wird. Über seiner Ansicht nach notwendige
Inhalte der reisemedizinischen Fortbildung, zukünftige Aufgaben in
Forschung und Lehre auf reisemedizinischem Gebiet und insbesondere das von ihm
geleitete European Advisory Committee on Travel Medicine und dessen
von Brüssel festgelegten Zielsetzungen berichtete er in einem von allen
Teilnehmern mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Vortrag. Seltene Reiseimpfungen (gegen Japanische Encephalitis, Milzbrand, Pest, Cholera und einige andere, deutsche Reisende in der Regel nicht tangierende Infektionskrankheiten) stellte T. F. Schwarz, Würzburg, vor, D. Knieps, Leimen, den neuen Kombinationsimpfstoff Hepatitis A/Typhus. |
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| E. Walker, Glasgow | |
| B. Zieger, Dresden, sprach über die Bedeutung des
Dengue Fiebers in der Reisemedizin, B. Schraut, Düsseldorf, über
Mücken- und Insektenschutzmittel. Der Malariaprophylaxe mit Malarone war
ein Referat von G. Mächler, München, gewidmet. Der Deutsche Fachverband Reisemedizin e.V. ist der Ansicht, dass ein reisemedizinisch beratenden Arzt auch über eine gewisse Erfahrung darüber verfügen sollte, welche medizinischen Einrichtungen einen Reisenden erwarten, wenn er in der Ferne einer ärztlichen Behandlung bedarf. Er wird deshalb in Zusammenarbeit mit Studiosus Gruppenreisen im Oktober 2003 eine erste reisemedizinische Studienreise nach Indien durchführen. Die Teilnehmer dieser Reise haben die Jahrestagung dazu genutzt, um sich am Abend des ersten Tages kennen zu lernen. Sie wurden dabei von U. Klinsing, dem wissenschaftlichen Leiter der Exkursion, über die näheren Gegebenheiten der Reise unterrichtet. Im Rahmen dieser Exkursion werden nicht nur Besichtigungen von medizinischen Institutionen durchgeführt, sondern auch Referate zu reisemedizinischen Themen. Sie wird deshalb auch auf bestimmte Module des Fortbildungscurriculums angerechnet, von der Landesärztekammer Hessen mit 20 Punkten zertifiziert. Die Rückmeldungen aus dem Kreis der etwa 100 Teilnehmer bestätigen uns, dass es gelungen ist, eine sehr interessante Tagung mit Themen aus den unterschiedlichsten Gebieten der Reisemedizin zu gestalten. Der vollständige Besuch der Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer Hessen mit 9 Punkten zertifiziert. Auch der Tagungsort und das Tagungshotel fanden lebhaften Beifall. Wir überlegen deshalb, die nächsten Jahrestagungen auch wieder dort oder zumindest im Großraum Frankfurt durchzuführen. Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass der Fachverband Reisemedizin die Ausgestaltung einer Session im Rahmen des Kongresses Medizin und Mobilität (am Sa., 20. September 2003, 14.00 - 15.30 Uhr) in Berlin übernommen hat. Dort werden wir uns mit dem Thema SARS sowie den medizinischen und psychologischen Implikationen des Langzeitaufenthaltes im Ausland beschäftigen. Dr. Ursula Mikulicz Stellvertretende Vorsitzende Deutscher Fachverband Reisemedizin e.V. |
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