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Mitglieder des Deutschen
Fachverbandes Reisemedizin während der Arbeitstagung in Potsdam |
| Bericht über die Jahrestagung | |
| Zukunft der Reisemedizin | |
| Zu seiner Jahrestagung 2002 hatte der
Deutsche Fachverband Reisemedizin für den 10. und 11. Mai nach Potsdam
eingeladen. Etwa 60 Mitglieder aus allen Teilen der Republik sind dem Ruf in
die wunderschöne Hauptstadt des Landes Brandenburg gefolgt und haben eine
Veranstaltung mit vielen neuen Themen und intensiven, hochinteressanten
Diskussionen genossen. Nicht wenige kannten sich bereits aus früheren
Treffen und freuten sich über das Wiedersehen. Dem bei der letztjährigen Tagung ausgesprochenen Wunsch der Mitglieder entsprechend ging der eigentlichen Fachtagung in diesem Jahr eine Arbeitstagung voraus. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden des Fachverbandes, Prof. E. Kröger, diskutierten die Anwesenden unter der Leitung von Dr. U. Klinsing (Vorsitzender des Ausschusses Aus-, Fort- und Weiterbildung) das Thema Was sollte für eine Qualifikation auf dem Gebiet der Reisemedizin an praktischer Tätigkeit und Erfahrung gefordert werden?" Übereinstimmend wurde dabei festgestellt, dass eine breite allgemeinmedizinische Erfahrung als Voraussetzung für eine kompetente reisemedizinische Beratung insbesondere auch von Risikopatienten zu betrachten ist. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich darüber einig, dass der beratene Arzt auch über begründete Vorstellungen verfügen sollte, was seinen Klienten auf (v.a. touristischen) Auslandsreisen erwartet insbesondere dann, wenn er gezwungen ist, medizinische Hilfe zu suchen und die Versorgungsstandards nicht den in Deutschland gewohnten Verhältnissen entsprechen. Es wurde deshalb beschlossen, dass interessierten Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme an mindestens einer etwa 10tägigen reisemedizinischen Fachexkursion ermöglicht werden sollte. Der Fachverband plant deshalb jetzt, in Zusammenarbeit mit geeigneten Reiseveranstaltern, ein Konzept für diese Exkursionen zu entwickeln, wie sie im übrigen auch im Rahmen der Fortbildung für das Fachzertifikat bereits angedacht waren. Im Workshop 2 des Nachmittags wurde unter der Leitung von Dr. N. Krappitz (Köln) wieder das leidige, aber deshalb nicht minder wichtige Thema Vergütung reisemedizinischer Leistungen" sehr engagiert diskutiert. Das Programm des zweiten Tages galt im wesentlichen der Fortbildung. Es wurde eingeleitet von einem Referat des Diabetologen Dr. K. Sterry (Berlin) zum Thema Diabetiker unterwegs - eine Risikogruppe?". Das Referat des Kollegen, der sich selbst als vielreisenden Betroffenen" bezeichnete, halten wir für so wichtig, dass wir es im Rahmen unseres nächsten Rundschreibens allen Mitgliedern zur Kenntnis bringen wollen. Höhentourismus erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der Vortrag von Dr. T. Küpper (Düsseldorf) Cardiopulmonale Funktionsparameter bei Höhenaufenthalten" stieß deshalb auf großes Interesse. Das Auftreten eines Gelbfieberfalles und eine Lassapatientin haben die Behörden veranlasst, Regeln für die Verfahrensweise im Ernstfall zu entwickeln. Der Vortrag von Prof. R. Fock (RKI, Berlin) Verdacht auf Haemorrhagisches Fieber - Vorgehen in der Praxis" galt diesem Thema. Diese Regeln dienen dazu, eine Weiterverbreitung eingeschleppter hochkontagiöser Infektionen zu vermeiden. Wichtig ist im gleichen Zusammenhang aber auch der Aufbau eines Frühwarnsystems". Dazu wurde TropNetEurop" entwickelt, das Dr. O. Wichmann (München) vorstellte. Der Vortrag von PD Dr. R. Starke, GSK Impfakademie (München), befasste sich mit Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Konjugatimpfstoffe. Dr. B. Zieger (Dresden) unterstrich in seinem Referat Tollwutimpfung - Wann ist sie indiziert?" die Wichtigkeit dieser gerade bei Tropenreisen zu stellenden Frage. Die grundlegende Bedeutung der Expositionsprophylaxe bei Malaria und anderen Tropenkrankheiten" war das Thema des Referates von Dr. B. Rieke (Düsseldorf). Illustriert von vielen, beeindruckenden Bildern berichteten Dr. I. Müller-Stöver (Düsseldorf) und Dipl.-Med. M. Kahl (Berlin) über ihre ärztliche Tätigkeit in Afrika und vermittelten den Zuhörern einen bewegenden Eindruck von den Mühen und Plagen eines solchen Einsatzes - aber auch von den Gründen dafür, dass letztlich niemand, der einmal draußen" tätig war, diese Erfahrung missen möchte. Einen breiten Raum im ersten Workshop, in der Mitgliederversammlung am Ende der Tagung und in den Pausengesprächen" nahm das Thema Zukunft der Reisemedizin" ein. Unser Kompromissvorschlag, die Bereichsbezeichnung Tropenmedizin" (als solche und ohne die Kombination mit Reisemedizin) beizubehalten und im Rahmen einer curriculären Fortbildung den Erwerb einer führbaren Bezeichnung Reisemedizin" ins Auge zu fassen, sollte dem Weiterbildungsausschuss der BÄK noch einmal dargelegt werden. Der Deutsche Fachverband Reisemedizin ist der festen Überzeugung, dass nur eine solche Regelung im wohlverstandenen Interesse nicht nur der Tropen- und der Reisemedizin liegt, sondern insbesondere auch dem unserer Klienten bzw. Patienten:
Dr. Ursula Mikulicz |
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