GRUSSWORT DES NEUEN VORSITZENDEN
Liebe Mitglieder,
am 1. Januar 2006 habe ich die Nachfolge von Prof. Kröger als 1. Vorsitzender des Fachverbands angetreten. Herrn Kröger ist es gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Vorstands in den wenigen Jahren seit der Gründung des Fachverbands gelungen, einerseits eine sehr beachtliche Mitgliederzahl - die "Tausender-Marke" ist schon sichtbar - zu erhalten. Andererseits hat man bei den Jahrestagungen das Gefühl, man gehört zu einer "Familie". Diese Dinge zeigen, dass der Fachverband eine vorhandene Lücke schließt und vor allem niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen eine Heimatbasis im Gebiet Reisemedizin bietet. Auf dieser soliden Basis aufzubauen ist eine tolle Herausforderung für die Zukunft.

Dinge, die funktionieren, soll man nicht ändern - deshalb plane ich in meiner Vorstandschaft keine massiven Richtungsänderungen, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Einige neue Schwerpunkte werde ich versuchen in das Portfolio des Fachverbands mit einzubeziehen. Dazu zählt die bereits vom bisherigen Vorstand begonnene wissenschaftliche Tätigkeit betreffend die Möglichkeit, niedergelassene Kolleginnen und Kollegen in ihrer reisemedizinischen Tätigkeit zu unterstützen. Nur die haben ja den täglichen Kontakt mit Reisenden und wissen von deren Problemen und sie wissen auch am besten über ihre eigenen Bedürfnisse der Fortbildung Bescheid. Dennoch warne ich schon vor, dass in nächster Zeit Fragebogenaktionen gestartet werden, über die die Notwendigkeiten der kontinuierlichen Verbesserung reisemedizinischen Wissens zielgerichtet eruiert werden. Ergebnisse werden dann einerseits veröffentlicht und andererseits zur Verbesserung der reisemedizinischen Fortbildung verwendet.

Spannend finde ich auch die Verknüpfung reisemedizinischen Wissens mit ausländischen Institutionen. Ich selbst bin an einem Projekt beteiligt, in dem wir international einerseits Kliniken evaluieren und in dem wir auch ein internationales Kliniknetzwerk bilden, um im Zweifelsfalle bessere Informationen über die Betreuung von Patienten im Ausland zu erhalten. Für niedergelassene Ärzte haben wir die Vision, dass es für sie in Zukunft möglich sein sollte, einem Risikopatienten schon vor einem Auslandsaufenthalt sagen zu können, in welche Klinik er im Notfall gehen sollte - und das es auch möglich sein sollte, im Notfall gemeinsam mit den Kollegen vor Ort den Patienten betreuen zu können.

Schließlich hoffe ich, dass das Gebiet "Reisemedizin" in Deutschland weiter zusammenwächst. Die auf diesem Gebiet Tätigen sollten versuchen, möglichst Synergieeffekte zu nutzen, ihre jeweiligen Kompetenzen in dieses multidisziplinäre Gebiet einzubringen und "dem Gebiet zu dienen" und sollten nicht darum streiten, "wem dieses Gebiet gehört". Nur wenn wir zusammenstehen, können wir das Gebiet weiterentwickeln. Deshalb hoffe ich auch, dass der Kongress "Medizin und Mobilität", der zunächst aus der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin hervorgegangen ist, sich zunehmend als der gemeinsame Kongress der reisemedizinisch aktiven Ärzte etabliert. Mit inzwischen regelmäßig über dreihundert Teilnehmern ist er auf gutem Wege, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Jahr wird dieser Kongress vom 14. bis 16. September in Berlin stattfinden, die Jahrestagung des Fachverbands am 8. und 9. September in Münster. Ich hoffe, dass viele von Ihnen beide Kongresse besuchen können. Auf unserer Jahrestagung in Münster werden wir diskutieren, ob wir die Jahrestagung 2007 gemeinsam unter dem Dach des Kongresses "Medizin und Mobilität" in Bonn durchführen werden. Dabei muss dann aber darauf geachtet werden, dass unter dem gemeinsamen Dach die eigene Identität und "Familienzugehörigkeit" gewahrt wird.

Packen wir´s an!

Mit besten Grüßen
Ihr R. Gerzer