| Podiumsdiskussion zur ITB | |||
| Durch mehr Information und Beratung Reisende besser vorbereiten | |||
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Hochrangige Podiumsdiskussion beim 2. Forum Reisen und Gesundheit | ||
| "Reisen bedeutet mehr Lebensqualität, und
möglichst vielen Menschen sollte dieses Mehr an Lebensqualität zur
Verfügung stehen". Darin waren sich sowohl reisemedizinisch ausgebildete
Ärzte als auch Verantwortliche in der Reisebranche nach der sehr
interessanten und öffentlich geführten Podiumsdiskussion einig, zu
der auch der Deutsche Fachverband Reisemedizin e.V. eingeladen hatte. Anlass
war das 2. Forum Reisen und Gesundheit im Rahmen der Internationalen
Tourismus-Börse am 2. und 3. März im Internationalen Congress-Centrum
in Berlin, das vom Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf, gemeinsam
mit dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes veranstaltet wurde. Der
Deutsche Fachverband Reisemedizin e.V. präsentierte sich dort mit einem
Informationsstand und nutzte den Anlass zu Gesprächen mit der
Reisebranche. "Gesund reisen - gesund wiederkommen. Selbstverantwortung der Reisenden, Fürsorgepflicht der Reiseveranstalter oder Aufgabe der Krankenversicherung", lautete das Thema der Podiumsdiskussion, zu der der Vorsitzende des Fachverbandes, Prof. Dr. Erich Kröger, die Teilnehmer begrüßte. Unter der fachkundigen Moderation von Thomas Grether, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Touristik Management", diskutierten erstmals vor mehr als 200 Teilnehmern führende Vertreter der reisemedizinisch qualifizierten Ärzte, der Reisebranche und der Krankenkassen. Seit August 2000 liegt beim Bundesministerium der Justiz eine Selbstverpflichtungserklärung vor, die der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter Verband e.V. (DRV) im Namen seiner Mitglieder abgegeben hat. Reisende werden danach künftig in Reisekatalogen und Prospekten aufgefordert, u.a. sich über Infektions- und Impfschutz zu informieren und bei reisemedizinisch erfahrenen Ärzten beraten zu lassen. Dr. Klaus A. Dietsch von Studiosus Reisen in München ließ jedoch keinen Zweifel aufkommen: In seinen Augen und nach den Erfahrungen seines Hauses reicht dieser Hinweis keinesfalls aus. Vor der Reise informiert daher seine Organisation die Kunden aktuell und differenziert über das gebuchte Zielgebiet, so dass die notwendigen reisemedizinischen Vorbereitungen von jedem Reisenden rechtzeitig getroffen werden können. Allerdings ist die gesamte Branche nach Aussage des DRV-Präsidenten Klaus Laepple noch nicht so weit wie Studiosus Reisen. "Wir tun von seiten des Verbandes alles, um notwendige Informationen weiterzuleiten, aber auch der Kunde steht in der Pflicht, sich ausreichend zu informieren und gegebenenfalls beraten zu lassen". Ein weiteres Problem: Rund ein Drittel geht noch immer ohne Versicherungsschutz auf Reisen, bei vielen ist der Schutz unzureichend. Viele Reisende machen sich nach Ansicht des Direktors Vertrieb der Europäischen Reiseversicherung, Hans Stadler, keine Gedanken über das enorme finanzielle Risiko, das sie im Krankheitsfall bei Auslandsreisen eingehen: "Ein Tagessatz im Krankenhaus in den USA muß mit rund 2000 DM kalkuliert werden", erläutert Stadler und betont, dass auch in europäischen Ländern mit enormen Kosten gerechnet werden muß. Früher waren nach seiner Erfahrung Reisende besser vorbereitet. "Die Information in den Katalogen und Broschüren kann den Besuch beim reisemedizinisch ausgebildeten Arzt nicht ersetzen", betonten Dr. Bernd Zieger und Dr. Ulrich Klinsing, beide Vertreter des Deutschen Fachverbandes Reisemedizin e.V. auf dem Podium. Dr. Klinsing, niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin aus Frankfurt, beklagte, dass er immer noch häufig davon höre, einzelne Reiseleiter würden leichtfertig medizinische Ratschläge erteilen und z.B. von einer Malariaprophylaxe abraten. "Da werden ganz klar Kompetenzen überschritten". Reisemedizinische Beratung in der Praxis müsse immer die ganz individuellen Voraussetzungen in Betracht ziehen. Selbst chronisch Kranke könnten dann eine Fernreise machen. Dr. Bernd Zieger vom Institut für Tropen- und Reisemedizin in Dresden beruhigte außerdem: "Ebola und Lassa-Fieber sind gefährlich, spektakulär und medienwirksam, im normalen Tourismus kommen sie aber glücklicherweise nur äußerst selten vor." Obwohl rund 75% aller Krankheitsfälle von Reisenden im Ausland harmlos verlaufen und jeweils nur Kosten in Höhe von weniger als 100 Euro verursachen, warnte auch der Stellvertretende Direktor der Deutschen Sozialversicherungen in Brüssel, Günter Danner, davor, ohne Auslandskrankenversicherung die Grenzen Deutschlands zu überschreiten. Eine Erweiterung des Leistungskatalogs der GKV um Positionen wie reisemedizinische Beratung oder im Bereich der Impfungen hält er für ausgeschlossen. Was zum optimalen Versicherungsschutz im Krankheitsfall im Ausland gehören sollte, nannte der Direktor der Europäischen Reiseversicherung, Hans Stadler:
Er äußerte abschließend drei Wünsche an die Zukunft:
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